Das Pflanzen- und Garten-Lexikon
schwach giftig
Keine Heilpflanze
Zierpflanze
Essbare Pflanze
Die Kartoffel wächst aufrecht oder kletternd und kann über 1m hoch
werden. Die knollentragenden Stolone werden unterirdisch oder knapp über
der Erdoberfläche ausgebildet. Die kurzstieligen, 10-30 cm langen und 5-15
cm breiten Blätter stehen wechselständig und sind unpaarig gefiedert.
Die in trugdoldenförmigen Blütenständen stehenden Blüten
stehen auf behaarten 5-15 cm langen Blütenstandstielen. Die ebenfalls behaarten
Blütenstiele werden zwischen 3 und 35 mm lang. Der 5-lappige, glockenförmige
Blütenkelch hat einen Durchmesser von 1-2 cm. Die Frucht der Kartoffel
ist eine tomatenähnliche, gelblich-grüne, zweikammerige und Beere.
Sie enthält die Samen der Pflanzen. Wie alle grünen Teile der Kartoffel
ist auch die Beere ungenießbar bis leicht giftig. Sie werden je nach Pflanzenart
1-4 cm groß.
Die sich aus den basalen Teilen des Sprossen bildenden Achselknospen wachsen in den Boden und bilden dort die knollentragenden Solonen aus. Diese verdicken an ihren Enden und bilden die Kartoffelknolle per Dickenwachstum aus.
Blütenfarbe: weiÃ, rosa, lila
Blühdauer:von Juni bis August
Die Kartoffel stammt ursprünglich aus Südamerika und war dort bereits (laut ältesten Funden) vor 13.000 Jahren bekannt. In Peru gibt es mehr als 3.000 endemisch wachsende Kartoffelsorten. Nach der Eroberung Südamerikas durch die Spanier, kam die Kartoffel auch nach Europa, zu Beginn jedoch nur wegen ihrer schönen Blüte als Zierpflanze. Außer in tropischen, arktischen und subarktischen Klimazonen wird die Kartoffel heute weltweit angebaut und kultiviert, wobei China heute der mit Abstand größte Produzent von Kartoffeln ist.
Die Kartoffel ist in Europa eines der am weit verbreitetsten und wichtigsten Grundnahrungsmittel und eine der wichtigsten Nutzpflanzen. Aufgrund ihres Apfelartigen Aussehens und der Tatsache, dass ihre essbare Knolle unterirdisch wächst, wird sie auch Erdapfel genannt. Der Name Kartoffel stammt vom italienischen „tartuffolo“ für „Trüffel“ ab. Die weltweit vorkommenden Sorten stammen vermutlich alle von den peruanischen Andensorten (Solanum tuberosum ssp. andigena) ab.
Es wird unterschieden zwischen frühreifen, mittelfrühreifen und mittelfrüh-späten Kartoffelsorten.
Die Frühreifen Kartoffelsorten haben eine Vegetationsperiode
von 90-110 Tage und werden meist im Juni-Juli geerntet. Die Knollen werden im
März-April gepflanzt.
Frühreife Sorten sind z.B. Agata, Amandine, Derby, Lady Christl, Lady Felicia
Die mittelfrühreifen Kartoffelsorten
haben eine Vegetationsperiode von 120-140 Tage
Mittelfrühreife Sorten sind z.B. Gourmandine, Bintje, Victoria, Ditta,
Nicola, Urgenta, Pamela, Naturella, Désirée, Agria, Eden
Die mittelfrüh-späten Kartoffelsorten haben eine
Vegetationsperiode von 140-160 Tage
Mittelfrüh-späte Sorten sind z.B. Lady Jo, Lady Claire, Innovator,
lady Rosetta, Marlen, Fontane, Hermes, Eba, Markies, Panda
Obwohl sie ein Grundnahrungsmittel ist, sind alle Teile der Pflanze giftig, vor allem die grünen, tomatenartigen Beeren der Kartoffel. Die Knolle selbst (die "Kartoffel") kann nur gegessen werden, wenn sie gekocht wurde.
Die Kartoffel hat ihren Ursprung in den Andenregionen Südamerikas, wo sie seit etwa 8.000 Jahren kultiviert wird. Die Inkas bauten verschiedene Sorten von Kartoffeln an und verwendeten sie als Grundnahrungsmittel. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier die Kartoffel nach Europa, wo sie zunächst als Zierpflanze und später als Nahrungsmittel angebaut wurde.
Die Kartoffel breitete sich im Laufe der Jahrhunderte in ganz Europa aus und wurde schlieÃlich auch in Nordamerika eingeführt. Heute wird sie in vielen Ländern auf der ganzen Welt angebaut und ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Küchen.
Kartoffeln sind in vielen Küchen auf der ganzen Welt ein Grundnahrungsmittel und können auf vielfältige Weise zubereitet werden:
Gekocht: Gekochte Kartoffeln können als Beilage serviert oder in Salaten, Eintöpfen und Suppen verwendet werden.
Gebacken: Ganze Kartoffeln können im Ofen gebacken und mit verschiedenen Füllungen serviert werden, oder sie können in Scheiben geschnitten und als Auflauf zubereitet werden.
Gebraten: Kartoffeln können in Würfeln, Scheiben oder Streifen geschnitten und in Ãl gebraten oder geröstet werden. Sie eignen sich auch hervorragend für die Zubereitung von Bratkartoffeln.
Gedämpft: Gedämpfte Kartoffeln sind eine gesündere Alternative zum Kochen oder Braten, da sie weniger Fett und Nährstoffverlust aufweisen.
Frittiert: Kartoffeln können in Streifen oder Scheiben geschnitten und frittiert werden, um Pommes frites oder Kartoffelchips herzustellen.
Püriert: Mehligkochende Kartoffeln können gekocht und zu Kartoffelpüree verarbeitet werden, das als Beilage oder in Rezepten wie KartoffelklöÃen oder Shepherd's Pie verwendet werden kann.
Gegrillt: Kartoffeln können in Scheiben oder Spalten geschnitten und auf dem Grill zubereitet werden, um eine rauchige Note hinzuzufügen.
Um Kartoffeln optimal zu lagern, sollten sie an einem kühlen, dunklen und gut belüfteten Ort aufbewahrt werden. Ideal ist eine Temperatur zwischen 7 und 10 Grad Celsius. Vermeiden Sie das Lagern von Kartoffeln im Kühlschrank, da dies zu einer Umwandlung der Stärke in Zucker führt, was zu einem süÃlichen Geschmack und einer unerwünschten Bräunung beim Kochen führt.
Das Pflanzen und Düngen von Kartoffeln ist ein wichtiger Schritt, um eine erfolgreiche Ernte zu gewährleisten. Hier sind einige Tipps, um Kartoffeln richtig zu pflanzen und zu düngen:
Pflanzzeit: Kartoffeln werden idealerweise im Frühjahr gepflanzt, sobald der Boden bearbeitbar ist und die Temperaturen auf etwa 7 Grad Celsius gestiegen sind. Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrem Standort und dem örtlichen Klima ab.
Auswahl der Kartoffeln: Verwenden Sie zertifizierte Pflanzkartoffeln, um eine gesunde Ernte zu gewährleisten. Vermeiden Sie den Einsatz von Supermarktkartoffeln, da diese möglicherweise mit Pflanzenkrankheiten infiziert sind.
Keimen: Lassen Sie die Pflanzkartoffeln etwa zwei Wochen vor dem Pflanzen an einem hellen, kühlen Ort keimen. Dieser Vorgang, auch Vortreiben genannt, hilft, das Wachstum der Kartoffeln zu beschleunigen und fördert eine stärkere Pflanze.
Bodenvorbereitung: Wählen Sie einen Standort mit gut durchlässigem Boden und voller Sonne. Bearbeiten Sie den Boden bis in eine Tiefe von etwa 30 cm und entfernen Sie Unkraut und Steine. Kartoffeln bevorzugen einen leicht sauren Boden (pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5).
Düngen: Vor dem Pflanzen sollte der Boden mit einem organischen Dünger wie gut verrottetem Mist oder Kompost angereichert werden. Sie können auch einen ausgewogenen Langzeitdünger (z. B. 10-10-10) verwenden, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern. Kartoffeln benötigen ausreichend Stickstoff, Phosphor und Kalium für ein optimales Wachstum.
Pflanzung: Schneiden Sie die Pflanzkartoffeln in Stücke mit mindestens zwei Augen (Keimstellen) pro Stück. Lassen Sie die Schnittstellen über Nacht trocknen, um die Bildung von Pilzinfektionen zu verhindern. Legen Sie die Kartoffelstücke in 10-15 cm tiefe Furchen, wobei der Abstand zwischen den Stücken etwa 30-40 cm beträgt. Die Reihen sollten 60-90 cm auseinanderliegen. Decken Sie die Kartoffeln mit einer dünnen Schicht Erde ab.
Anhäufeln: Wenn die Kartoffelpflanzen etwa 20 cm hoch sind, häufeln Sie den Boden um die Basis der Pflanzen herum auf. Dies fördert das Wachstum neuer Knollen und verhindert, dass sie grün werden und giftige Alkaloide entwickeln. Häufeln sollte während der Wachstumsphase mehrmals wiederholt werden.
Bewässerung: Kartoffeln benötigen eine gleichmäÃige Feuchtigkeitsversorgung, um gut zu gedeihen. Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen regelmäÃig bewässert werden, besonders während der Knollenbildung, um Austrocknung und ungleichmäÃiges Wachstum zu vermeiden. Zu viel Feuchtigkeit kann jedoch zu Fäulnis und Krankheiten führen. Achten Sie darauf, dass der Boden feucht, aber nicht durchnässt ist.
Nachdüngung: Etwa vier Wochen nach dem Pflanzen können Sie die Kartoffeln mit einem stickstoffreichen Dünger, wie z.B. Blutmehl oder Fischemulsion, nachdüngen. Dies fördert das Laubwachstum und die Knollenbildung. Wenden Sie den Dünger gemäà den Anweisungen des Herstellers an und vermeiden Sie, den Dünger direkt auf die Pflanzen zu geben, um Verbrennungen zu verhindern.
Schädlings- und Krankheitsbekämpfung: Ãberwachen Sie Ihre Kartoffelpflanzen regelmäÃig auf Anzeichen von Schädlingen und Krankheiten. Blattläuse, Kartoffelkäfer und Nematoden sind häufige Schädlinge, während Krautfäule, Kartoffelschorf und Virusinfektionen typische Krankheiten sind. Ergreifen Sie bei Bedarf geeignete GegenmaÃnahmen wie biologische Schädlingsbekämpfung, fungizide Sprays oder die Entfernung befallener Pflanzen.
Ernte: Kartoffeln können etwa 10 Wochen nach dem Pflanzen als "neue Kartoffeln" geerntet werden, wenn die Knollen noch klein und zart sind. Die Haupternte erfolgt, wenn das Laub gelb wird und abzusterben beginnt, etwa 15-20 Wochen nach dem Pflanzen. Graben Sie die Knollen vorsichtig aus, um sie nicht zu beschädigen, und lassen Sie sie einige Stunden an der Luft trocknen, bevor Sie sie lagern.
Lagerung: Lagern Sie Kartoffeln an einem kühlen, dunklen und gut belüfteten Ort, wie z.B. einem Keller oder einer Garage. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 7 und 10 Grad Celsius. Sortieren Sie beschädigte oder schrumpelige Kartoffeln aus und verwenden Sie sie zuerst, da sie nicht so lange halten.
Indem Sie diesen Schritten folgen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Kartoffelpflanzen richtig gepflanzt, gedüngt und gepflegt werden, um eine reiche und gesunde Ernte zu gewährleisten. Kartoffeln sind nicht nur nahrhaft und schmackhaft, sondern auch eine ertragreiche und lohnende Pflanze für den Heimgarten.
Kartoffeln sind nicht nur vielseitig und schmackhaft, sondern auch reich an Nährstoffen, die verschiedene gesundheitliche Vorteile bieten:
Energiequelle: Kartoffeln sind reich an Kohlenhydraten, die eine wichtige Energiequelle für den Körper darstellen.
Ballaststoffe: Die in Kartoffeln enthaltenen Ballaststoffe tragen zur Verdauungsgesundheit bei und können helfen, das Risiko von Herzkrankheiten, Diabetes und einigen Krebsarten zu verringern.
Vitamine und Mineralien: Kartoffeln enthalten Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Magnesium und Eisen. Diese Nährstoffe tragen zur allgemeinen Gesundheit bei, indem sie das Immunsystem stärken, die Zellfunktion unterstützen und die Herzgesundheit fördern.
Antioxidantien: Kartoffeln enthalten auch antioxidative Verbindungen wie Flavonoide, Carotinoide und Phenolsäuren, die helfen können, freie Radikale zu bekämpfen und oxidativen Stress im Körper zu reduzieren.
ACHTUNG: Alle Angaben ohne Gewähr. Hinweise auf Essbarkeit sind KEINE Freigabe zum Verzehr!