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Kletterpflanzen-ABC

Kletterpflanzen klettern, soviel scheint klar… aber kann wirklich jede klettern, und wenn ja, wie stellen die das eigentlich an?

Grundsätzlich ist sinnvoll, vor dem Pflanzen einer Kletterpflanze, sich darüber Gedanken zu machen, wie der neue Gartenbewohner denn eigentlich die ihm zugedachte Aufgabe erledigen soll – und, ob er dazu auch die geeigneten Voraussetzungen findet.

Im Prinzip finden wir in der Pflanzenwelt vier Möglichkeiten vor, wie eine Wand, eine Pergola, oder auch ein Gartenzaun als Lebensraum erobert werden kann.

  1. Die Selbstklimmer, klettern tatsächlich ohne Hilfe selbst
  2. Solche die auf Kletterhilfen angewiesen sind, sich aber immerhin dann selbstständig „weiterhelfen“ können:
    1. Die Schlinger
    2. Die Ranker
    3. Die Spreizklimmer

Zu den Selbstklimmern:

Schaut man genau hin, so gibt es eigentlich nicht viele Gattungen und Arten, die gänzlich ohne Kletterhilfe auskommen.

Die bekannteste unter ihnen ist sicherlich die Jungfernrebe (Parthenocissus ssp.). Kleine Haftscheiben an den Ranken, sondern bei Kontakt z.B. mit der Maueroberfläche eine klebrige Flüssigkeit ab und sorgen so für den Halt der Pflanze selbst an glatten und senkrechten Wänden. Die wichtigsten Vertreter dieser Gattung sind der Wilde Wein (Parthenoscissus quinquefolia), mit seiner eindrucksvollen roten Herbstfärbung und die Dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata), besser bekannt als „Veitchii“ (auch wenn das eigentlich nur eine Sorte der Art bezeichnet).

Eine andere Methode sich ganz ohne Hilfe eine Wand hochzuarbeiten, benützen die verschiedenen Sorten des Efeus (Hedera helix) und die Kletterhortensie (Hydrangea anomala ssp. petiolaris). Bei Kontakt mit der Mauer bilden sich kleine Wurzeln aus, die dann für geeigneten Halt sorgen. Mit ganz glatten Oberflächen kommen die Wurzelkletter aber eher schlecht zurecht. Will man eine Wand zuwuchern lassen, so sollte zumindest der Verputz der Mauer eher rau sein. Andere Wurzelkletterer sind auch für ein wenig Nachhilfe durch ein Gerüst ganz dankbar. Das sind die schwachwüchsige Kriechspindel (Euonymus fortuneii var. radicans) und die doch sehr starkwüchsige Trompetenblume (Campsis radicans), für die ein Gerüst dringend empfohlen wird.

 

Zu den Gerüstkletterern:

Die Schlinger

Wie der Name schon andeutet, schlingen sich diese Kletterpflanzen mit Hilfe ihrer jungen Triebe empor. Dabei werden die als Kletterhilfe angebotenen Drähte, Stützen, Pfosten, etc. umwunden und erhalten ihre Festigkeit und Tragkraft durch das Verholzen. Zu beachten ist, dabei, dass es Schlinger gibt, die streng im Uhrzeigersinn „schlingen“ (z.B. der japanische Blauregen Wisteria floribunda) und solche, die sich ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn hochranken (z.B. der chinesische Blauregen, Wisteria sinensis). Besonders starkwüchsige Arten sollten nicht an lebende Bäume und/oder an Dachrinnen gepflanzt werden, weil ihr Wachstum und die Kraft, die die Pflanze entwickelt, zu Schäden führen kann (Nicht umsonst heißt zum Beispiel der „Baumwürger“ - Celastus orbicutalus, eben so wie er heißt…).

Die Ranker

Im Unterschied zu den Schlingern bilden sich bei diesen Pflanzen bei Kontaktreiz Greiforgane aus. Klettergerüste für Ranker müssen feingliedriger und zarter sein. Drähte, schmale Holzstäbe oder Bambusstangen eignen sich hier bestens. Beispiele: Waldrebe (Clematis vitalba) – Blattstielranker, Einjährige Duftwicke (Lathyrus odoratus) – Blattranker, Weinrebe (Vitis vinifera) – Sprossranker

Die Spreizklimmer

Wichtige Vertreter sind hier Brombeere (Rubus­-Arten) oder Kletterrosen. Spreizklimmer bilden weder Haftorgane aus, noch sind sie mit Ranken ausgestattet. Stattdessen verkeilen sich die langen Triebe im Klettergerüst. Dornen geben dabei zusätzlich Halt. Spreizklimmer sollten beim Klettern unterstützt werden, in dem man der Natur ein wenig „nachhilft“ und die Triebe in das Gerüst fachgerecht festbindet.


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